Modehaus Fischer

Kleine Firmengeschichte!

Wenn Rudolf Fischer sehen könnte, was aus seinem 
vor 100 Jahren gegründeten Unternehmen geworden ist, 
würde ihm das Herz im Leibe lachen. Am 3. April 1912 
wurde das „Herren- und Knaben-Garderoben-Geschäft” 
in der Dettinger Straße 3 in Kirchheim eröffnet. Mittlerweile
befindet sich in dem ursprünglichen Gebäude das 
Kaufhaus Steingass. Und aus Rudolf Fischers Geschäft 
wurde im Lauf der Jahrzehnte die Fischer-Moden GmbH, 
nun beheimatet in der Marktraße 32. Beispiele zeigen, dass so manche Familienbetriebe häufig in der dritten 
oder vierten Generation „den Geist aufgeben”. Das 
Unternehmen Fischer-Gerber aber konnte sich aus einem
kleinen Ladengeschäft heraus zu einem lebendigen 
und prosperierenden Unternehmen in der Kirchheimer 
Innenstadt entwickeln.

Der Strebsame aus dem Remstal
Doch alles der Reihe nach: Als einfacher Kurzwarenhändler
kam Rudolf Fischer mit seiner Familie aus Endersbach im
Remstal nach Kirchheim. Er strebte allerdings schnell nach
mehr als nur Knöpfe und Fäden anzubieten. Und so stellte
er sein Sortiment auf Herren- und Knabengarderobe um.
Das Spezialhaus für Herren- und Knabenkleidung Albert
Salomon machte ihm in der Dettinger Straße Platz. Ein
erbitterter Konkurrenzkampf war folglich vorprogrammiert. Und so pfiffen dem strebsamen Neuankömmling aus dem 
milden Remstal die Albwinde zunächst doch recht scharf 
um die Ohren. Dass bei aller geschäftlichen Härte jedoch 
keine Feindschaft entstand, beweist ein Vorgang Jahre
später: Luise Knaupp, Tochter von Rudolf Fischer, wurde
Gastgeberin der Familie Salomon im Rahmen des 
Besuches ehemaliger jüdischer Mitbürger in Kirchheim.
Schlau wich Rudolf Fischer dem direkten Wettbewerb
alsbald durch seinen Umzug in die Marktstraße 32 geographisch aus. So wurde aus dem „neigschmeckten”
Vorstädter ein allseits geschätzter,„waschechter”
Kirchheimer. Das war am 30. April 1926. Vier Jahre
später erwarb Rudolf Fischer schließlich das Haus
von Marie Scheuerle, einer alteingesessenen
Kirchheimerin und ehemaligen Hoteliersfrau der „Post”.

Marktstraße 32 – eine Adresse mit Geschichte(n)
Das Haus in der Marktstraße 32 hat eine wechselhafte
Besitzer- und Mietergeschichte: Es befand sich im Besitz
des Chirurgen Heinrich Gmehlen – bzw. Gmelin – und
beherbergte auch Metzger, Tuchmacher und Gastwirte, 
bis daraus 1880 dann die Wirtschaft „Rose” wurde.

Zwei Frauen führen Regie
13 Jahre nur durfte sich Rudolf Fischer an seinem Besitz
erfreuen bevor er 1943 starb. Seine Frau Anna betrieb das
„Herren- und Knabengarderobengeschäft” daraufhin mit
ihrer Tochter Helene weiter. Helene, verheiratet mit
Wilhelm Gerber, war auch diejenige, die das Geschäft in
den schweren Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg führte.
Wenngleich man sagen muss, dass auch die Jahre nach
dem Ersten Weltkrieg schon nicht einfach waren. Die bereits
erwähnte Luise Knaupp, geborene Fischer, konnte ein 
Lied davon singen: Sie wurde vom Vater samstags zum
Geld eintreiben geschickt. So manche Szenen blieben ihr
unvergesslich, als sie um eine schuldig gebliebene Mark
nachfragen musste.

Wiederaufbau
Eine besonders harte Zeit brach für Helene Gerber
während der sogenannten Bezugsscheinzeit während des
Zweiten Weltkrieges an. Die Waren wurden immer knapper
und schlechter. Und nach dem Kriegsende musste man
praktisch wieder von vorne anfangen. Warenquellen
konnten nur mit einer ausgeprägten Spürnase ausfindig
gemacht werden. Und war man dann tatsächlich fündig
geworden, galt es tüchtige Schneider zu finden, die die
Stoffe in Konfektionsware verwandelten. Doch allmählich
sah man den vielzitierten Silberstreif am Horizont.

Hannes Gerber übernimmt das Steuer
Die seit 1955 für den Geschäftsbetrieb allein verantwortliche 
Helene Gerber übergab 1970/71 ihrem Sohn Hannes ein 
rundum gesundes Unternehmen. Und der Sohn wusste
sein Erbe nicht nur zu behüten sondern auch auszubauen.
Er hatte schon vor der Übernahme tatkräftig im Betrieb
mitgearbeitet und war maßgeblich am Umbau und der Erweiterung des Geschäftes in den Jahren 1962 und 
1968 beteiligt. Das zielstrebige und innovative Arbeiten
in dieser Phase war nur möglich, weil Hannes seine 
Frau Rosemarie, eine geschulte Kennerin der Branche mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein Jahr nach Übernahme 
des Geschäftes starb der Vater des Inhabers.
Helene Gerber aber konnte noch 12 Jahre mit großem
Stolz die Arbeit ihres Sohnes und dessen Frau verfolgen.

Kopfzerbrechen
1973 entschied sich Hannes Gerber für einen kompletten
Neuaufbau des Hauses: Eine Aufgabe, die nicht zuletzt
dem verantwortlichen Architekten Walter Weismann so
manches Kopfzerbrechen bereitete. Es war ein Bauwerk
zu erstellen, das weder zur bloßen Nachahmung der
Originalbauweise aus dem 17. Jahrhundert noch zum
Kniefall vor der modernistischen Architektur der siebziger
Jahre unseres Jahrhunderts geraten durfte. Zudem
sollte es sich harmonisch in das Gesamtbild der Innenstadt
einfügen. Schließlich wurde in knapp fünf Monaten
ein Gebäude fertiggestellt, dass inklusive eines weiteren 
Umbaus 1986 bis zur großen Neugestaltung im Jahr 2003 
Bestand hatte.

Die vierte Generation
Nachdem die vierte Generation quasi neben der Schule
her im elterlichen Betrieb aktiv war, begann Ralf Gerber
1988 seine Aus- und Weiterbildung im Textilbereich. Nach
einer interessanten und lehrreichen Zeit bei namhaften
Einzelhandelsunternehmen ist er seit Januar 1996 
gemeinsam mit seiner Frau Kerstin, die er auf der
Textilfachschule kennenlernte, im Hause Fischer tätig. Gemeinsam mit einem kompetenten Mitarbeiter-Team kümmert man sich - wie im Modehaus Fischer seit Generationen nicht anders gewohnt - darum, dass Männer Spaß an Mode haben.

Fischer neu erleben
Unter diesem Motto eröffnete am 4. September 2003
das komplett renovierte Modehaus nach nur 108-tägigem
Umbau. Dabei waren die Fassade und Fensterfront nur
äußere Merkmale der vielfältigen Bauarbeiten, die
besonders im Inneren des Hauses stattgefunden hatten:
Die altbekannte Schaufensterpassage musste weichen -
dafür konnte eine großzügige Eingangslösung realisiert
werden. Die Schaffung einer stufenlosen Ebene im
Erdgeschoss sowie die Verknüpfung von Erd- und
Obergeschoss sorgt für viel Transparenz und ein
freundliches, angenehmes Einkaufsambiente. Bei aller
Modernisierung bleiben jedoch die altbekannten Stärken
wichtige Konstanten: Eine große Auswahl bekannter
Männermodemarken sowie die fachkundige Beratung
durch gut geschultes Personal. Wieder einmal ist also
ein perfekter Mix aus Innovation und Tradition im
Hause Fischer gelungen.

Große Neugestaltung im Spätsommer 2013
Der neueste Umbau im Modehaus Fischer fand im
Spätsommer 2013 statt. Neben einer innovativen Optik wird besonderer Wert auf den Komfort und eine angenehme Einkaufsatmosphäre gelegt.



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